Volkstrauertag – Frieden, von dem wir niemanden ausschliessen?

Heute ist Volkstrauertag. Ich bin 1967 geboren. Für mich könnte dieser Tag ein wenig wenig antiquiert wirken. Es könnte für mich einer dieser Sonntag sein, die ein „junger“ Mensch eher unter Brauchtumspflege einordnen würde, ein Sonntag, der sich in die Reihe der Sonntage einreiht, die im Herbst die Sonne, das Licht und die Fröhlichkeit immer kleiner werden lassen, bis hin zum Totensonntag, mit dem ich etwas anfangen kann. Denn da machen alle Menschen die Gräber ihrer Verstorbenen schön. Es werden ganz viele Grablichter aufgestellt und so manche Familie erinnert sich mehr als sonst an die in diesem, und in den Vorjahren verstorbenen Familienangehörigen.

Ich habe diesen Tag genutzt, um ein wenig mehr als sonst zuzuhören, um ein wenig mehr als sonst zu versuchen, zwischen dem, was ich denke, zu wissen, und dem, was man historische Fakten nennt, eine Versöhnung stattfinden zu lassen.

Denn Versöhnung ist eines der Zauberworte, mit dem man denen, für deren Andenken so ein Volkstrauertag gedacht ist, gerecht werden könnte.

Ich selbst kenne diesen Tag seit meiner Schulzeit. Nein. Zuhause war er kein Thema. Aber als Ersatz-Organist eines Jugendchores, der auch bei öffentlichen Veranstaltungen auftrat, probten wir auch für den Volkstrauertag. Unmittelbar damit verbunden war für mich in meiner Jugend der VdK, den man damals noch „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands“ nannte. In ihm waren ehemalige Soldaten vereinigt, die Treffen abhielten, sich an alte Zeiten, Kriegszeiten, Notzeiten gemeinsam erinnerten. In ihm war auch der Invalide ohne Beine, der in meiner Kindheit immer mit einem besonderen Rollstuhl in meinem Stadtteil unterwegs war, den er mit den Armen bedienen konnte. Elektrorollstühle gab es damals noch nicht.

Heute Morgen erfuhr ich im Radio, dass der Volkstrauertag keine Schöpfung einer Veteranen-Organisation der Hitler-Armeen ist, sondern, dass der Volkstrauertag vornehmlich vom VdK zusammen mit der SPD gefordert und etabliert, und einen Tag nach dem Tod Friedrich Eberts im Parlament der Weimarer Republik 1919 zum ersten Mal durchgeführt wurde. So gut wie jede Familie hatte seinerzeit Gefallene zu beklagen. Persönliche Schicksale fanden ein jähes Ende. Die Kriege des letzten Jahrhunderts bestanden noch zu einem großen Teil daraus, dass unermesslich viele wertvolle Menschen auf der einen Seite in den Kampf zogen, um unermesslich viele Menschen auf der anderen Seite zu ermorden.

Es war weniger ein Gedenken der Helden einer Sache oder Ideologie, sondern ein Andenken an die so jung und so sinnlos gefallenen Väter, Brüder, Söhne und Enkel. Damit war der Tag von Anfang an ein tränenüberströmter Tag des Rufes nach Frieden.

Als Kirchenorganist nehme ich an solchen Veranstaltungen automatisch teil. Und habe auch heute genau zugehört. Und auch beobachtet. In einem der Dörfer auf Fehmarn habe ich seit Jahren das erste Mal wieder Soldaten in Uniform gesehen. Zwei Marine-Soldaten standen am Ehrenmal. Sie waren unter Beachtung der Pandemievorschriften nicht mit in der Kirche gewesen und standen dort in ihren sehr dunkelblauen oder schwarzen Paradeuniformen und Kopfbedeckungen mit olivgrünen Masken. Diejenigen, die der Toten gedachten, waren bis auf zwei Ausnahmen alle so alt, dass sie mit Sicherheit noch direkte Angehörige im Zweiten Weltkrieg verloren haben könnten. Junge Menschen waren nicht zu sehen.

Der zweite Gottesdienst, diesmal im Inselwesten, endete außen vor der Kirche. Nicht am Kriegerdenkmal des Ortes, das es durchaus auch gibt, Am Dorfteich, ungefähr 300 Meter von der Kirche entfernt, sondern an einer Gedenktafel für Zwangsarbeiter, die vor wenigen Wochen erst enthüllt wurde, auf der die Namen der auf Fehmarn verstorbenen Zwangsarbeiter aufgeführt sind. Die Recherchen dazu hatten einige Schülerinnen und u.A. die Frau des örtlichen Pastors sorgfältig durchgeführt.

Die Schülerinnen waren nicht die einzigen jüngen Menschen, die an der Zeremonie teilnahmen. Insgesamt war der Altersdurchschnitt deutlich niedriger. Der Kreis derer, denen man gedachte, war, wenn man die Worte des Pastors verglich, in beiden Gemeinden gleich, und seine Worte entsprachen dem, was der ehemalige Bundespräsident an jenem Tag auch gesagt hatte:

„Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.
Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.
Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.
Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.
Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.
Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.
Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern,
und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.“

Ich wurde immer versöhnte mit diesem Tag, der mir ursprünglich als Kind sehr militaristisch, sehr kriegsverherrlichend und irgendwie sehr auf eine einige Gruppe Menschen beschränkt vorkam.

„Opfer von Gewalt und Krieg, Kinder, Frauen und Männer aller Völker“ wurden betrauert. Würdevoll. Menschlich. Bei beiden Veranstaltungen. Es ging also an diesem Tag nicht nur um Menschen deutscher Herkunft, die in Uniform vom Feind getötet worden waren, sondern, um wirklich alle Opfer von Gewalt und Krieg?

Die Hinterbliebenen, Nachkommen, Freunde von Verstorbenen trauerten gemeinsam und würdevoll.

Es ging nicht mehr um Uniformierte, die Ehrenwache für Uniformierte halten. Es waren Menschen, die um Menschen trauerten. Egal, welches Volk, welche Armee, welches Schicksal, welche Ungerechtigkeit sie zu einem der betrauerten Opfer gemacht hatte.

Die Lebenden waren sich nahe beim Gedenken an diese Opfer Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wird eine solche Veranstaltung in Zukunft überflüssig? Die meisten Deutschen kennen im Alltag keine Armee mehr. Sie haben schon lange keine uniformierten Soldaten persönlich und aus der Nähe gesehen. Gut. Wir sind weltweit an einigen Krisenherden mit Soldaten vertreten. Man darf sich fragen, ob das so sein muss. Man darf und muss akzeptieren, wenn es Menschen gibt, die der Auffassung sind, dass die freiheitlich demokratische Grundordnung Deutschlands auch durch eigenes Personal am Hindukusch verteidigt werden muss.

Überflüssig wird eine solche Veranstaltung aber schon deshalb nicht, weil uns die Toten zweier Weltkriege, die Opfer von Verfolgung, Ausrottung, Diskriminierung nie egal sein werden.

Und wenn wir, was in der heutigen Zeit der inflationären Verfügbarkeit an Informationen in Echtzeit aus allen Weltregionen der Normalzustand ist, sehen, wieviele Menschen täglich in Kriegen sterben, auf der Flucht vor Verfolgung, vor Gewalt, vor Hunger, vor Diskriminierung, an Krankheiten, die es vorher nicht gab und durch Strahlungsfreisetzung, die es ohne Menschen nie geben würde, fragte ich mich heute, wie schön, wertvoll und richtig es doch wäre, wenn dieser Volkstrauertag, der absolut nichts Nationalistisches, Faschistisches in sich trägt, sondern eine Gelegenheit für die Lebenden ist, gemeinsam um diejenigen aller Völker zu trauern, die durch Krieg, Gewalt, Verfolgung und so viel mehr ums Leben gekommen sind, und vermisst werden. Individuell von Menschen, denen sie nahe waren, und die ihnen nahe waren.


Unter uns leben Menschen, die in den letzten Jahren, Monaten, Wochen, ja Tagen Angehörige in Kriegen verloren haben, die wir nur aus dem Fernsehen kennen. Unter uns leben Menschen, die der Verfolgung und Töten aufgrund ihrer Einstellung, ihres Glaubens, ihrer Religion gerade noch so entkommen sind, und deren Angehörige es nicht alle geschafft haben, sich ebenfalls in Sicherheit zu bringen.

Von diesen Menschen war niemand da heute. Am Volkstrauertag. Zur Erinnerung. Es war der Tag, an dem es heißt:

„Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.
Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.
Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.
Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.
Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.
Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.
Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern,
und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.“

Ich wurde immer versöhnte mit diesem Tag, der mir ursprünglich als Kind sehr militaristisch, sehr kriegsverherrlichend und irgendwie sehr auf eine einige Gruppe Menschen beschränkt vorkam.

Mein Wunsch an die Menschheit ist, dass wir alle Grenzen abbauen, die uns daran hindern, gemeinsam als Menschen zu trauern, sich zu trösten, sich zu erinnern, und zu gedenken. Ich wünsche mir Volkstrauertage in Zukunft, die für alle offen sind, und an denen alle Menschen denen gedenken, die sie vermissen, weil sie zu früh gestorben sind. Egal, wo sie geboren wurden, wie sie nach Deutschland gekommen sind, was sie glauben, was sie erlebt haben, und welche Sprachen sie sprechen.

Denn das ist in meinen Augen einer der wichtigsten Schlüssel zu dem, was wir alle suchen, egal welche Sprache wir sprechen, und wie und wo wir aufgewachsen sind:

Frieden

Eckhard A. Kretschmer
Kantor, Organist und Autor auf Fehmarn

Gedenkveranstaltung – eine Absage

Liebe Mitmenschen,

schweren Herzens muss ich die Veranstaltung zum Gedenken an die Reichskristallnacht absagen, die für den Abend des 9. November 2020 geplant war.
Schweren Herzens, weil dieses Datum absolut zu denen gehört, die nicht vergessen werden dürfen. Schweren Herzens auch, weil Fehmarn zwar keine direkte und mit Namen und Einzelschicksalen dokumentierbare Geschichte der Judenverfolgung vorweisen kann, weil es zum Zeitpunkt der Machtergreifung keine Juden auf Fehmarn gab, hier auf der Insel wurden Zwangsarbeiter ausgebeutet, ermordet und verscharrt, so war es doch Rückzugsraum für relevante Persönlichkeiten des Massenmordes am jüdischen Volk. Himmler (Ehrenbürger Fehmarns) und Heydrich, der eine besondere familiäre Beziehung zu Fehmarn pflegte, und dessen Witwe noch viele Jahrzehnte hier lebte, luden gerne ihre Akkus auf, um anschliessend dem Diktator Adolph Hitler zu diensten zu sein bei seinem perfiden, wiederwärtigen Plan, das Jüdische Volk auszulöschen.

Fehmarn hatte durchaus auch seine nationalsozialistische Geschichte. Schon ab April 1933 eine Adolf-Hitler-Strasse (die Breite Strasse in Burg) und einen Adolf-Hitler-Platz (in Petersdorf). Es hat aber auch den Bürgermeister Claus Lafrenz gegeben, der sich 1933 den Nazis in den Weg stellte und sich z.B. seinerzeit weigerte, Hakenkreuzflaggen am Rathaus aufziehen zu lassen. Er wurde nur wenige Monate nach seiner deutlichen Intervention und seinem erzwungenen Rücktritt tot im Ostersoll aufgefunden.

Ich möchte hier Hans-Christian Schramm, Lehrer, Heimatforscher und Autor zitieren:
„…Fehmarn war in der Zeit von 1933 bis 1945 keineswegs eine Insel der Glückseligen, auf der man von Hitler und den Nazis nichts wissen wollte und mit denen man nichts zu tun gehabt hätte. Jede Kranzniederlegung zur Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft aber an den Gedenkstätten auf unserer Insel widerspricht dieser Vorstellung…“

Der Ort, den ich bereits voriges Jahr für eine Gedenkveranstaltung auserwählt hatte, ist der ehemalige Jüdische Friedhof Fehmarns. Zuwanderer aus Lübeck-Moisling gründeten im 19. Jahrhundert in Burg auf Fehmarn eine Kleinstgemeinde. 1800 legte die Gemeinde auf einem dreieckigen Grundstück an der Straße in Richtung Blieschendorf einen Friedhof an. 1879 fand dort die letzte Beerdigung statt. In den Jahren danach muss sich die jüdische Gemeinde aufgelöst haben. Als 1923/24 die Sundchaussee ausgebaut wurde, gab es auf Fehmarn keine Juden mehr. Sichtbare Grabstätten sind nicht mehr vorhanden. 1957 wurde auf dem Areal ein Gedenkstein gesetzt und 1958 wurde das Grundstück mit einer Hecke umgeben und das Innere zu einem Rasenplatz umgestaltet. Der Gedenkstein wurde 2007 erneuert.

Die Veranstaltung findet nicht statt.

Das Mahnmal unter den Bäumen an der Straße zwischen Blieschendorf und Burg ist aber zugänglich.

Mir persönlich würde es viel bedeuten, wenn im Laufe des 9. und 10. November Menschen einzeln, wie es die Corona-Regeln vorsehen, dort hingehen würden, und vielleicht ein Friedhofslicht, vielleicht auch einen kleinen Stein an diesen Ort mitbringen könnten, wie es im Judentum Brauch ist:

Friedhöfe werden im Judentum als Bet Hachajim (Ort des Lebens) oder Bet Haolam (Ort der Ewigkeit) bezeichnet. Jüdische Gräber dürfen nicht eingeebnet werden, sondern sollen ewig bestehen. Anstelle von Blumen werden kleine Steinchen auf Gräber gelegt. Der Brauch stammt vermutlich daher, dass früher schwere Steine auf Gräber gelegt wurden (z.B. in der Wüste), um die Toten vor wilden Tieren zu schützen und damit die Totenruhe zu gewährleisten. Auch symbolisieren Steine Ewigkeit und Unvergänglichkeit und stehen als Symbol für die Seele, die ebenfalls unvergänglich ist.

Ich danke allen, die ihre Teilnahme zugesagt hatten, u.A. den Pastoren, dem Bürgermeister, und vor allem den geduldigen Behörden, die die Veranstaltung genehmigt hatten, das Hygienekonzept akzeptierten, und auch jetzt mit mir überlegten, wie man im kleinen Rahmen dennoch ein Gedenken zulassen könnte.

Für mich ist eine Lehre aus den 12 Jahren Nationalsozialismus und meiner persönlichen Lebenserfahrung mit vielen wunderbaren Menschen vieler Religionen, dass eines wichtig ist:

Solidarität – und zwar mit jedem und allen!

Diese Solidarität muss in diesen Zeit auch all denen gelten, für die eine Corona-Infektion nicht nur eine „Grippe“ sondern schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen bis hin zum Tod bedeuten könnte. In diesem Sinne können wir, meiner Meinung nach, kein anderes Zeichen setzen, als das der Solidarität, und nicht gemeinsam und in Gruppen diesem Datum gedenken.

Lassen Sie uns alle den 9. und 10. November dafür nutzen, einzeln, aber doch gemeinsam mit Kerzen und Steinen zu zeigen:

Wir vergessen nicht – wir sind solidarisch. Mit den Toten – und mit den Lebenden, die in Gefahr sind. Überall. Bei uns auf Fehmarn, in Deutschland, weltweit.

Noch einmal Hans-Christian Schramm:
„Wir sollten die Warnung, dass die Barbarei meist nur unter einer dünnen Decke der Zivilisation verdeckt ist, nicht vergessen. Was einmal geschah, kann wieder geschehen. Seid wachsam und wehret den Anfängen! Menschenrecht und Freiheit gibt es nicht zum Nulltarif!“

Mit nachdenklichen Grüßen aus Petersdorf

Ihr Eckhard A. Kretschmer
Kantor und Autor

Wie geht es XT41?

Liebe Freunde, liebe Leser, liebe Zuhörer, liebe Tierfreunde, liebe Tierschützer, liebe Tierrechtler,

Ich habe lange keinen Beitrag mehr auf meiner Seite veröffentlicht, und möchte Euch heute direkt ansprechen.

Der 19. Oktober ist ein ganz besonderer Tag!

Warum ganz besonders? Morgen vor einem Jahr fand die erste von mehreren Großdemonstrationen gegen das Skandal-Labor LPT statt. Es gab seit Jahren, ja seit Jahrzehnten Proteste. Sehr hartnäckige, nachhaltige, unnachgiebige Proteste. Proteste, die die Mitarbeiter der Laborstandorte in Hamburg-Neugraben und in Mienenbüttel mehr zermürbten, als lange Zeit bekannt war. Nachdem im Jahr 2019 einige Monate lang ein Mann, eingeschleust von der Tierrechtsorganisation SOKO Tierschutz, in dem Mienenbütteler Labor gearbeitet hatte, und unzählige Beweise für unfassbare Tierquälerei, Schlamperei, Fälscherei und jede Menge strafrechtlich zu prüfendes Handeln in Bild und Videomaterial erstellt hatte, waren vor einem Jahr diese Bilder der Presse übergeben und zur besten Sendezeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.

Weitere Großdemonstrationen, z.B. in Wankendorf, wo versteckt hinter einer Biogas-Anlage ein weiteres Labor des Betreibers LPT agiert, aber auch im Zentrum Hamburgs, folgten. Die letzte Großveranstaltung, an der ich teilnehmen konnte, fand am 8. Februar dieses Jahres in Hamburg statt. Auf dem Rathausmarkt forderten viele hundert Demonstranten die Schließung der Labore des LPT, ja aller Tierversuchslabore.
Mienenbüttel wurde seitens des Betreibers geschlossen. Die Affen wurden leider an den Lieferanten retourniert, um in anderen Laboren „aufgebraucht“ zu werden. Hunde und Katzen fanden liebevolle Familien. Viele der Tiere sind mir inzwischen bekannt. Ich durfte sie streicheln, oder zumindest Fotos und Videos ihres neuen Lebens sehen.

Auch die Tiere, die im Standort Neugraben für Versuchzwecke gehalten wurden, überlebten. Kurz nach unserer Großkundgebung auf dem Hamburger Rathausmarkt am 8. Februar 2020 wurden auch dort die Tierversuche eingestellt.

Wir hofften, dem Ziel ein deutliches Stück näher gekommen zu sein. Gerichtlich wurde inzwischen festgestellt, dass die Vorwürfe gegen die Mitarbeiter und Geschäftsleitung der LPT zwar berechtigt gewesen waren, allerdings die sofortige Unterbindung von Tierversuchen für Neugraben so etwas wie „unverhältnismässig“. Nach heutigem Stand der Rechtsprechung hätten die vielen Tiere, die aus Neugraben heraus geholt und gerettet wurden, also weiter für Tierversuche verwendet werden können. Man sieht es so: Ein neuer angestellter Geschäftsführer und ein paar Personal-Wechsel-Spielchen machen aus Neugraben ein total unverdächtiges und zuverlässiges Tierversuchslabor. Und tatsächlich darf in Neugraben weiter, also, wieder, an Tieren getestet werden. Durch dieselbe Firma, die an verschiedenen Standorten nachweisbar Studienergebnisse fälschte, die Firma, deren Mitarbeiter Tieren unverhältnismäßige und durch keine Gesetzeskonstruktion gedeckte Gewalt angetan hatte, dieselbe Firma, deren Mitarbeiter nicht davor zurückschrecken, passive, friedliche Tierschützer verbal und physisch Gewalt anzudrohen, darf wieder die ihnen anvertrauten Tiere mit Chemikalien und Gerätschaften malträtieren, wie wir sie in den Filmen der SOKO Tierschutz in den letzten 12 Monaten immer wieder gesehen haben.

Der 19. Oktober wäre auch ein ganz besonderer Tag für mich gewesen!
Mein Buch „XT41“ hätte zeitgleich mit der Frankfurter Buchmesse das Licht der Welt erblickt. Und alle, die mit der Hündin „XT41“ in den letzten Monaten mitgefiebert und mitgelitten hatten, hätten auf einer Veranstaltung in diesen Tagen das Buch signiert in Händen halten können.
Keiner hat das Buch in Händen. Es ist noch nicht einmal beim Verlag.
Es ist schlicht nicht gedruckt worden bisher. Dafür gibt es viele Gründe.
Zunächst ist die Corona-Pandemie ein großes Problem, Bücher auf den Markt zu bringen, und erfolgreich zu vermarkten.
Keine Buchvorstellungen, keine Lesungen, keine Signierstunden, kein Treffen zwischen Lesern und Autoren, kein Klinkenputzen bei Buchhandlungen, keine Vorträge auf Veranstaltungen. Es fand einfach nichts statt in den letzten Monaten und es ist für mich auch jetzt schwer zu erkennen, in wieweit dies in den nächsten Wochen und Monaten möglich sein wird.
Ich selbst gehöre mit meinem chronischen Asthma zur „Risikogruppe“ und meide Menschenansammlungen.
Das tut besonders weh, wenn man weiß, wie wichtig es mir war, und ist, Menschen mit meinen Worten zu bewegen.

Ich lebe und arbeite auf einer Ostseeinsel. Nicht nur mein Geschäft war am Anfang der Pandemie-Maßnahmen zwangsgeschlossen. Die ganze Insel war gesperrt für alle, die nicht ihren ersten Wohnsitz hier hatten. Selbst, als Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienen, wieder öffnen durften, war an Umsatz wie in den Jahren davor nicht zu denken. Und auf Ostseeinseln machen wir unseren Umsatz in 7 Monaten des Jahres, um dann zwölf Monate davon zu leben. Die ersten beiden Monate dieser sieben war der Umsatz exakt Null Euro.

Ich habe die verbliebenen Monate dafür genutzt, mit sehr viel Energie-Einsatz dennoch die Kassen soweit wieder aufzufüllen, dass ich über den kommenden Winter komme. Und ich kann heute sagen: Ich habe es auch geschafft. Der Preis war aber: Ich habe alleine, ohne Angestellte, 7 Tage jede Woche gearbeitet dafür.

Ich möchte, dass das Buch „XT41“ die Menschen bewegt. Ich möchte, daß es gut wird. Ich möchte, dass es ein Buch ist, und kein Heftchen mit ein paar Texten drinnen, die einmal im Internet geteilt wurden. Dafür ist noch einiges an kreativer Arbeit notwendig.
Die Voraussetzungen sind jetzt geschaffen. Die Saison ist mehr oder weniger vorbei. Ich bin, Gott sei dank, bisher gesund geblieben. Ich bin umgezogen und bewohne jetzt eine kleine Dachgeschosswohnung in einem ruhigen Dorf.
Mein Schreibtisch steht an einem großen Fenster, vor das ich ein Vogelhaus gehängt habe. Das Meer ist nicht weit weg.
Der nächste Lockdown, oder jedenfalls die Schließung meines Ladens wegen Fehlen von Kunden, die vom Betreten der Insel ausgeschlossen werden, steht vor der Türe.

Ich werde jetzt, im Herbst und Winter, die Zeit dafür nutzen, dass die Geschichte der Hündin „XT41“ den Rahmen bekommt, den ich ihr schulde.
XT41 ist mein Baby, mein Kind, mein zweites Buch. Sie ist aber stellvertretend da für alle leidenden Tiere in Laboren. Und sie ist unter meinen Händen, auf meiner Tastatur, in meinem Kopf, in meinem Herzen, und vor allem in den Herzen von Euch allen sehr real geworden.
Sie ist so real, dass es mir immer noch schwerfällt, Texte aus dem Manuskript zu lesen, ohne selbst davon ergriffen zu sein.

XT41 hat es verdient, ein richtig gutes, bewegendes Buch zu werden. Und „XT41“ wird von mir in den nächsten Wochen gepflegt werden. Ich werde in sie hineinhören. Ich werde die noch unveröffentlichten Kapitel in Ruhe und mit viel Sorgfalt und Herzblut überarbeiten, bis sie mir, und den Menschen, deren Urteil ich dazu erhoffe, richtig erscheinen.

Ich möchte Euch gerne mit meinen Worten, Gedanken, Texten bewegen. Deshalb habe ich drei kleine Bitten:

  1. Kommt am 21. November nach Hamburg zum Lichtermarsch. Dort könnt Ihr sehr wahrscheinlich zwar das XT41 Buch noch nicht kaufen, wenn auch vorbestellen.
    Ich werde auf Wunsch dort auf jeden Fall Auszüge aus bisher nicht veröffentlichten Kapiteln des Buches vorlesen. Bringt bitte Taschentücher mit!
  2. Macht bitte auf allen Euch zur Verfügung stehenden Kanälen Werbung für mein bereits dieses Jahr erschienene Buch „Mit-Gefühl“
    Dieses Buch liegt mir sehr am Herzen. Es hat durch das Ausbleiben von Vermarktungsmöglichkeiten noch nicht so viele Menschen erreicht, wie ich mir gewünscht hätte. Es handelt zwar nicht von Tierversuchen, aber es erzählt unverkrampft und missions-Versuchs-frei davon, wie die immer größere Nähe zu Tieren mich, einen durchschnittlichen Verbraucher und Fleischesser dazu brachte, meinen Konsum zu überdenken und meinen Weg zu einem Leben zu gehen, das ohne das Ausbeuten und Töten von Lebewesen auskommt.
  3. Wer es noch nicht hat: Kauft gerne selbst das Buch „Mit-Gefühl“
    Ihr bekommt es in jeder Buchhandlung. Falls nicht vorrätig, lasst es für Euch bestellen.
    Ihr bekommt es bei jedem Onlinehändler für Bücher.
    Ihr bekommt es sogar mit Signatur direkt bei mir.

Wenn die Pandemie-Maßnahmen es nicht verhindern, sehen wir alle uns am 21. November in Hamburg! Mit neuen Texten aus dem Buch „XT41“

Und das Buch über die Hündin, die ihre Angst vor dem „Schmerzen-Mach-Raum“ in die Welt geschrieben hat, wird erscheinen- nur eben nicht wie erhofft im Oktober 2020, sondern einige Wochen später.
Wer es jetzt schon bestellen will, schickt mir einfach eine Mail oder eine Privatnachricht.

Bitte bleibt alle gesund!
Bitte bleibt alle aktiv!
Bitte kämpft weiter!
Für die Tiere! Alle gemeinsam!

Euer Eckhard

#fbm2020 #fbm20 #buchmesse #frankfurterbuchmesse #buchmesse2020

Interview zu Nutztieren, Haustieren, und meinem Buch „Mit-Gefühl“ erschienen

Gestern wurde ich vom Redaktionsteam der „Leserkanone“ interviewt. Es hat mich gefreut, dass mir die Gelegenheit gegeben wurde, mein Buch vorzustellen, und auch einige Dinge zu sagen, die mir Herzensangelegenheit sind. So z.B.:

„… wenn man sich einmal die Bilder aus einem beliebigen Schlachthof vor Augen hält, möchte ich so sterben? Möchten Sie so sterben? Möchten Sie gezeugt und aufgezogen werden, um am Ende so zu sterben? …“

„… Manchmal, wenn man einen solchen Schlachtvieh-Transport auf der Autobahn hat, mit einem glücklichen Schweinchen auf der Rückseite, und dann die ganzen niedlichen Rüssel sieht, die in den Fahrtwind gehalten werden, dann kann man, vielleicht auch mithilfe meines Buches, ein wenig ein Gefühl dafür entwickeln, dass da intelligente, feinfühlige Lebewesen dem Tod entgegen gefahren werden, damit wir eine Grillparty schmeißen können …“

Das vollständige Interview kann man direkt bei Leserkanone.de nachlesen.

Das Buch „Mit-Gefühl“ kann man überall bekommen, wo es Bücher gibt, z.B. online beim Verlag BOD oder bei Amazon, aber natürlich auch in jeder Buchhandlung und direkt bei mir, gerne auch mit Widmung.

Kimo, sein Kumpel und die Erdnüsse

Aaron habe ich vor einigen Wochen leider tot gefunden und beerdigt. Der kleine Vogel von damals, den mir Aaron gezeigt hat, ist jetzt schon groß geworden. Jedenfalls glaube ich, dass es derselbe Vogel ist. Hat nämlich eine Besonderheit: Wenn er nicht fliegt, sondern sitzt, oder auf dem Strand herumläuft, hat er eine ziemlich kantige Flügelhaltung. Die erinnert mich ein wenig an den japanischen Kimono. Und dieses „Kantige“ meine ich, hätte ich bei dem im Verhältnis zu Aaron kleinen Vogel Anfang des Jahres auch festgestellt.

Wie auch immer. Ich habe diesen Vogel, den ich von den anderen dort unterscheiden kann, Kimo genannt.

Kimo kommt nicht so nahe zu mir wie Aaron früher. Noch nicht. Aber manchmal begrüßt er mich schon am Parkplatz und fliegt dann so, dass er meine Hunde und mich im Auge behält.

Wir haben ein kleines Ritual eingeführt. Ich habe für Kimo und seinen Kumpel, mit dem er meist zusammen an Strand herumstochert oder auf einem Ast sitzt, jeden Morgen je eine Erdnuss in der Tasche. Diese Erdnüsse lege ich dann auf zwei Pfosten, von denen die Rabenvögel sie sich dann holen. Manchmal knacken sie ihre Nüsse sofort und fressen den Inhalt. Manchmal schnappen sie sich die Nüsse und verschwinden damit hinter dem Deich.

Es gibt Tage, da sehe ich meine Freunde nicht persönlich. Entweder sie haben unglaublich wichtige Dinge zu erledigen, wie zum Beispiel Aas am Rand der Bundesstraße oder Krebsteile an einem anderen Strandabschnitt, oder aber ich komme deutlich früher oder später als sonst an „unseren“ Strand. Und natürlich bekommen sie auch an diesen Tagen ihre Nüsse. Ich lege sie dann auf die Pfosten. Am nächsten Tag finde ich unten die leeren Schalen, oder nichts, oder, bei Sturm auch mal komplette Erdnüsse, wenn der Wind sie einfach heruntergeweht hat.

Seitdem „binde“ ich sie den beiden ab einer gewissen Windstärke jeweils mit einem Grashalm an den Pfosten fest. Sie sind so geschickt, dass sie die Nüsse befreien, und damit davon fliegen. Heute Morgen habe ich das beobachten, aber leider nicht fotografieren können.

Auch das ist ein wenig das „Mit-Gefühl“, das ich lebe, und im Buch beschreibe …

Titel: Mit-Gefühl
Autor: Kretschmer, Eckhard A.
ISBN print: 9783751917780
ISBN ebook: 9783751928236
BoD-Nr. 1470421
Seiten: 368
Preis: 12,90 € inkl. 7% USt.

Bei jedem Buchhändler

Damit macht Ihr mir die grösste Freude. Denn auch die Buchhändler leiden unter der Corona-Epedemie. Sie mussten in den letzten Wochen verzweifelt mit ansehen, wie ihre Marktanteile sich in Richtung „Online-Versand“ bewegten. Ein Grund, warum ich mein Buch nicht direkt bei dem Print-On-Demand-Service bei Amazon herausbringe ist, dass ich die lokalen Buchhändler damit unterstützen möchte, dass mein Buch eben in jeder Buchhandlung erhältlich sein soll. Es muss bestellt werden. Keiner kann erwarten, dass jedes Buchgeschäft mein Buch gleich am Montag morgen „im Schaufenster“ oder im Regal hat. Es kann sogar sein, dass es ein paar Tage dauert, bis die Datenbanken, in denen Buchhändler suchen, aktualisiert sind, also nicht verzweifeln.
Auf Fehmarn, in Heiligenhafen und Oldenburg gibts das Buch in den Buchhandlungen:

Bei Buchhandel.de und Genialokal.de kann man sich online informieren und dann in der Buchhandlung seiner Wahl das Buch kaufen

Bei BOD im Onlineshop

Dort wird mein Buch gedruckt. Im Vergleich zu einer Bestellung bei anderen Online-Diensten bleiben ein paar Cent mehr für mich übrig, wenn ihr direkt bei BOD bestellt:

Direkt bei mir 😉

Natürlich kann man das Buch auch direkt von mir bekommen. Auf Wunsch sogar mit Signatur. Entweder schreibt Ihr mir dafür eine Mail an ek@eakretschmer.net oder kontaktiert mich über Facebook, oder ihr kommt einfach in meinem Geschäft hier auf Fehmarn vorbei:
Babykutter Fehmarn, Sahrensdorfer Strasse 2, Burg auf Fehmarn

Online fair bestellen:

buch7 Logo
ecolibriEcobookstore, der grüne Online-Buchhandel
Fairbuch.deAmazon
(Wäre nicht meine erste Wahl, aber
wenn Ihr über Amazon bestellen wollt,
dann bitte gerne über diesen Link, denn
dann habe ich auch etwas von Eurem Kauf)

Ein Buch für einen besonderen Freund

Heute habe ich mich ganz besonders gefreut, wieder etwas von meinem Freund Rainer zu hören. Rainer ist der junge Mann links im Bild.

Genau vor einem Jahr haben wir uns das erste Mal persönlich gesehen. Telefoniert hatten wir schon vorher, und, bei manchen Menschen, da stimmt einfach die Chemie. So wie bei Rainer und mir. Eigentlich wollte er in Kapitänsuniform auftreten, und hatte für mich das Fischerhemd mitgebracht aus seiner Heimatstadt an der Nordsee. Wenige Minuten vor dem Auftritt stellten wir fest, dass er in der Uniform nichts aussah, sage ich jetzt mal nett formuliert, und ich in dem Fischerhemd noch viel weniger. Wir haben also quasi während das Brautpaar von der Leuchtturmhochzeit schon unterwegs war in das Strandcafe noch schnell „die Kostüme getauscht“.

Die Hochzeitsgesellschaft wird, da bin ich mir sicher, Rainers und meinen Auftritt nicht so schnell vergessen.

Seitdem habe ich Rainer nicht mehr persönlich gesehen. Ich komme von der Insel kaum weg, er von der Nordsee. Aktuell fordert sein Leben und seine Familie seine ganze Kraft und Aufmerksamkeit. Corona kam noch dazu.

Heute haben wir lange telefoniert, und er hat sich entschieden, dass die Uniform bei mir als „Dauerleihgabe“ bleiben darf. Ich werde sie in Ehren halten.

Sehr interessiert hat ihn mein Buch „Mit-Gefühl“. Er kennt mich durch unsere Gespräche gut. Und er hat seit März am Telefon mitverfolgen können, wie aus der Idee ein Gegenstand wurde, den man in die Hand nehmen, in dem man Blättern, versinken, weinen, manchmal auch lachen, sich wiederfinden, oder ein Wenig von mir finden kann.

Und so macht sich heute ein Buch „Mit-Gefühl“ mit sehr viel Gefühl und den besten Wünschen auf den Weg von der Ostsee an die Nordsee!

Bleib stark Rainer! Ein Anderer hätte längst aufgegeben!

Ich freue mich, dass wir uns vor einem Jahr über den Weg gelaufen sind!

Heute ist ein besonderer Tag

Liebe Freunde,

Ich möchte heute einmal Danke sagen.

heute ist ein ganz besonderer Tag. Noch vor drei Monaten, am Anfang der Woche, die den grossen Lockdown einleiten sollte, war davon nichts am Horizont zu sehen, zu spüren, zu lesen gewesen. Und seit dem 18. Mai, also genau seit einem Monat, gibt es plötzlich ein Buch von mir. Ein Buch, ein wenig so wie ich selbst vielleicht bin: Kantig, eigentümlich, nicht perfekt, aber gefühlvoll, ehrlich, authentisch.

Viele Menschen haben mir ein großes Geschenk gemacht: Sie haben mir vertraut, und das Buch gekauft. Viele davon direkt sogar von mir, mit Widmung. Teilweise habe ich eine eine Bücherkiste abends mit zur Insel-Post-Agentur geschleppt, und auch heute abend bringe ich wieder zwei Bücher auf den Weg zu ihren zukünftigen Besitzern.

Vielen lieben Dank an eine dreistellige Zahl von Menschen, die bisher schon mein Buch in Händen halten, gelesen haben, teilweise mehrfach nachbestellt haben, um es zu verschenken!

Eine Party oder Lesung findet zu Corona-Zeiten leider nicht statt. Aber vielleicht wollen wir diesen ersten „Geburtstag doch ein wenig feiern? Ich habe da eine Idee 🙂

Wollen wir nicht eine kleine Rezensionsparty feiern? Alle, die das Buch schon gelesen haben, können anderen, die es noch nicht kennen, vor allem anderen, die mich nicht kennen, durch ihre persönlichen Worte Mut machen, sich „Mit-Gefühl“ zu besorgen.

Das geht total einfach. Klickt einfach direkt hier auf die Links, und schreibt, was Ihr einem guten Freund über mein Buch erzählen würdet. Oder findet Ihr sogar noch weitere Möglichkeiten zum Bewerten/Rezensieren? Vielleicht wollt Ihr das Buch ja auf Eurer Facebookseite oder in Eurem Blog sogar besprechen, vorstelle, rezensieren?

Google, Goodreads, Lovelybooks, Amazon, BOD, Lehmanns, Weltbild, Buch7

Ihr könnt mir auch gerne einfach „erlauben“, Euer persönliches Feedback per Facebook und Messenger weiterzuverwenden, zu veröffentlichen und damit zukünftigen Lesern zu vermitteln, was andere vor ihnen nach dem Lesen empfunden haben.

Warum bedeuten mir Eure Rezensionen so viel?

  1. Weil Leute, die nie von mir gehört haben, das Buch nie kaufen würden
  2. Weil im Gegensatz zu einem Konzert, bei dem es am Ende Pfiffe oder Applaus gibt, die Rezensionen das Feedback des Publikums an den Auftretenden ist, und dadurch, dass es in diesem Jahr wohl keine Lesungen o.Ä. mehr geben wird, wohl auch das „Einzige“
  3. Weil ich mich freue, wenn Euch das Ergebnis von vielen Tagen und Nächten an der Tastatur gefallen hat, und Ihr mir helft, andere zu ermutigen, das Buch ebenfalls zu kaufen
  4. Weil ich damit ermutigt werde, auch in Zukunft Bücher für Euch zu schreiben
  5. Weil ich an Eurem Feedback lernen kann, Fehler vermeiden, besser werden, darauf eingehen, was Leser von mir erwarten, und was ich davon umsetzen kann
  6. Weil das Schreiben, wenn es zu einem kleinen regelmässigen Zusatzeinkommen führt, mir die Möglichkeit gibt, das zu tun, was ich nach den Umsatzeinbrüchen durch Corona sonst nicht könnte, nämlich Veranstaltungen im Tierschutz/Tierrechts-Bereich auch in Zukunft zu unterstützen, daran teilzunehmen, zu organisieren, zu texten, zu reden, und auch meinen Blog http://www.mapofhope.info weiter zu betreiben. Und das sind meine Herzensprojekte

Also: Wenn Ihr das Gefühl habt, aus diesen Gründen möchtet Ihr gerne mithelfen, dass das Buch „Mit-Gefühl“ und damit auch die folgenden noch mehr Leser erreichen, und damit ich die Möglichkeit bekomme, mehr Tierschutz zu machen, dann haut die die Tasten!

Wichtig: Rezensionen kaufe ich nicht. Es gibt keine Freiexemplare, es gibt keine Geschenke, und es gibt eine Vorgaben und sonstige Beeinflussung meinerseits. Ich habe ein ziemlich ehrliches Buch geschrieben. Und ich wünsche mir ehrliches Feedback. Und wenn es jemanden gibt, der nur einen Stern geben möchte, dann ist auch das für mich wertvolles Feedback.

Ich persönlich traue keinem Produkt und keiner Dienstleistung, die ausschliesslich mit 5 Sternen bewertet wurde. Ihr auch nicht, oder?

Lasst uns also anlässlich des 1-Monatigen Geburtstages meines Buches eine kleine Rezensionsparty feiern.

Liebe Grüsse von der Insel Fehmarn

Euer Eckhard A. Kreschmer

Ich bin XT41

Dies ist ein fiktiver Brief einer Hündin, die im Tierversuchslabor LPT, Mienenbüttel bei Hamburg, gefangen gehalten wurde. Alle bis Anfang 2020 veröffentlichten Briefe findet Ihr hier. Die Geschichte von XT41, und vielleicht auch XT42 geht weiter.

Das Buch:“Ich bin XT41″ wird am 19. Oktober 2020 herauskommen. Genau ein Jahr nach der ersten Großdemonstration, die den Stein, oder einen der vielen Steine ins Rollen gebracht hat, mit dem dann zumindest zwei der drei Standorte des Tierqual-Skandal-Labors LPT geschlossen werden konnten.

Achtung: XT41-Vorpremiere / Anstelle einer Lesung

Eigentlich hätte ich mich gefreut, anlässlich dieses Jahrestages und der Bucherscheinung am 19. Oktober 2020 irgendwo in der Nähe von Neugraben oder Mienenbüttel aus „Ich bin XT41“ eine Lesung von und für Tierschützer halten zu können. Corona scheint das zu verhindern. Daher habe ich mir überlegt, dass alle Mahnwächter, Unterstützer und Kämpfer für die Tiere, die von der LPT gequält wurden und immer noch in Wankendorf gequält werden, alle Menschen, die gegen Tierausbeutung aktiv sind, die Möglichkeit bekommen sollen, das Buch bereits vor dem offiziellen Erscheinungstermin in Händen halten dürfen, wenn sie das wollen.

Wer also auf die „Vorableser“-Liste gesetzt werden möchte, darf sich gerne per Mail oder Facebook-Messenger vormerken lassen.

Euer Eckhard

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So heiße ich, glaube ich. Denn so nennen mich die immer, die mich abholen. Ich bin hier schon ziemlich lange. Also, soweit ich das sagen kann, schon immer. Nur als Welpe, da war ich woanders. Und dann haben sie mich genommen, in eine Kiste gesteckt, und ich habe Mama nie mehr gesehen.
Seitdem ist mein Leben immer dasselbe gewesen. Wir sind hier in Käfigen. Wir können uns ein bisschen drehen. Und die Pfoten vor und zurückbewegen. Aber so springen oder rennen, wie ich ganz kurz als Welpe einmal durfte, das geht nicht mehr.
XT42 liegt neben mir. Der geht es nicht gut. Sie war heute mit denen in dem Schmerzen-Mach-Raum und als sie wieder kam, konnte sie kaum das Mäulchen auf und zu machen. Die haben ihr irgendwas in den Hals geschoben, und als sie das nicht wollte, haben sie das ganz brutal gemacht.
Ich kenne es nicht anders. Die kommen, die nehmen uns in den Schmerzen-Mach-Raum, dann tut es weh. Ganz verschieden, was sie da machen, und dann bringen sie uns wieder zurück. Sie bellen übrigens auch nicht. Und wenn, dann nicht mit uns, sonder über uns. Nur deshalb wissen XT42 und ich, wie wir heißen. Denn sie reden immer über uns, wenn sie uns wehtun, und schreiben das genau auf.
Einer war anders. Der hat uns liebevoll angeschaut, wenn die anderen nicht zugesehen haben. Der hat uns manchmal heimlich gestreichelt. Da habe ich gemerkt, dass ich es ziemlich gern habe, wenn jemand mein Ohr massiert. Der war oft sehr traurig. Der hat das versteckt. Die anderen haben das nicht gemerkt. Aber wir Tiere haben gewusst, das ist der, der uns nicht wehtun möchte. Aber es hat trotzdem immer wehgetan, in diesem Schmerz-Mach-Raum.
Abends ist es immer hier sehr ruhig. Wenn es draußen dunkel wird. Dann passiert nichts mehr. Sie sind dann weg. Andere sind dann da. Und wenn XT42 und ich in unseren Außenzwingern sind, dann können wir Dinge riechen, andere Tiere, spüren Wind, und sehen Bäume. Ich bin kein Rüde. Aber dennoch: Ich würde so gerne einmal an einen Baum gehen. Irgend etwas in mir sagt, dass es schön sein muss, am Fuß von einem Baum mit den Pfoten den Boden zu schubsen. Ob ich das jemals erleben werde?
XT42 hat einmal gesagt, sie glaubt, dass die Hunde mit den kleinen XT Nummern dort draußen sind, und Boden schubsen dürfen. Und dass wir nicht immer hier in dem Haus mit dem Schmerz-Mach-Raum sein werden, sondern irgendwann draußen, da, hinter diesen Bäumen, da wo man rennen kann, ohne anzustoßen, und wo sie nicht hinkommen, um uns in den Schmerz-Mach-Raum zu holen.
Aber dann hat einer der Hunde gegenüber gesagt, dass er genau weiß, dass keiner von uns jemals Boden schubsen wird, oder an einen Baum gehen…
Jetzt ist einer von denen vorbeigekommen. Draußen. Die sehen anders aus. Und die fassen uns nicht an. Die haben alle dasselbe an und schauen meistens Richtung Zaun, und dahinter. Der eben hat tatsächlich ganz kurz nach mir geschaut, und dann hat er gemurmelt „Man muss Beruf und Privat trennen. Ich mach hier nur meinen Job“.
Was ist das? „Nur meinen Job machen?“ Machen XT42 und ich auch hier unseren Job? Und was ist das „Privat“? Ich hätte so gerne auch ein „Privat“ um es von dem hier trennen zu können…

foto: wunderstock/mustang joe

Das Warten hat ein Ende

Die nächsten 50 lieben Menschen, die bei mir direkt bestellt haben, werden bis Ende der Woche mit-Gefühl in Händen halten können…

Ich bin mega gespannt auf die ersten Rückmeldungen und danke allen, die blind, vertrauensvoll bestellt haben, ohne zu wissen, was sie überhaupt genau bekommen werden… Mit gefühlvollen Grüßen

Euer Eckhard

Presse-Echo

Worum geht es denn eigentlich in dem Buch? Ich sehe, darauf bist Du abgebildet, mit einem Deiner Hunde, und ihr schaut zur Fehmarnsundbrücke.

Es geht um Mitgefühl. Es geht darum, Menschen zu berühren, mit Dingen, über die man sonst so nicht spricht. Wahrscheinlich als Mann noch weniger. Die Texte, die die Menschen am meisten berührt haben, waren Worte der Empathie. So zum Beispiel, als ich eine Flaschenpost gefunden hatte, und auf Wunsch der Versenderin wieder ins Meer warf. Ich wollte unbedingt, dass sie weiss, dass ihre Nachricht angekommen ist, und wo ihre Flasche jetzt weiterreist. Also habe ich meine Gedanken und Gefühle dazu aufgeschrieben.
Oder zum Beispiel, Ostersonntag letztes Jahr. Da habe ich das erste Mal im Leben einen Ostergottesdienst auf dem Dorf erleben dürfen, der in dunkler Nacht anfängt. Die Gemeinde ist nach draußen zu einem Feuerkorb gegangen. Es wurde gelesen und gesungen. Und es war so berührend, wie die Natur erwachte, die Sonne aufging, und vor allem, wie wunderschön die Vögel gesungen haben. Als ich dann zu meinem zweiten Gottesdienst gefahren bin, war schon einer dieser wunderbaren Sänger Opfer eines schnellfahrenden Autos gewesen. Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, habe ich letztes Jahr aufgeschrieben, und vertraue sie in diesem Buch auch meinen Lesern an.

Das ganze Interview kann hier nachgelesen werden:

Eckhard A. Kretschmer beim Interview mit der OSTHOLSTEIN PRESSE. / FOTO: DENNIS ANGENENDT