Interview zu Nutztieren, Haustieren, und meinem Buch „Mit-Gefühl“ erschienen

Gestern wurde ich vom Redaktionsteam der „Leserkanone“ interviewt. Es hat mich gefreut, dass mir die Gelegenheit gegeben wurde, mein Buch vorzustellen, und auch einige Dinge zu sagen, die mir Herzensangelegenheit sind. So z.B.:

„… wenn man sich einmal die Bilder aus einem beliebigen Schlachthof vor Augen hält, möchte ich so sterben? Möchten Sie so sterben? Möchten Sie gezeugt und aufgezogen werden, um am Ende so zu sterben? …“

„… Manchmal, wenn man einen solchen Schlachtvieh-Transport auf der Autobahn hat, mit einem glücklichen Schweinchen auf der Rückseite, und dann die ganzen niedlichen Rüssel sieht, die in den Fahrtwind gehalten werden, dann kann man, vielleicht auch mithilfe meines Buches, ein wenig ein Gefühl dafür entwickeln, dass da intelligente, feinfühlige Lebewesen dem Tod entgegen gefahren werden, damit wir eine Grillparty schmeißen können …“

Das vollständige Interview kann man direkt bei Leserkanone.de nachlesen.

Das Buch „Mit-Gefühl“ kann man überall bekommen, wo es Bücher gibt, z.B. online beim Verlag BOD oder bei Amazon, aber natürlich auch in jeder Buchhandlung und direkt bei mir, gerne auch mit Widmung.

Neuaufbau

Am 15. März 2020, zwei Tage, nachdem Frau Merkel ihre erste grosse Corona-Ansprache gehalten hatte, war nichts mehr, wie es war.

Eigentlich sollte die Saison hier auf Fehmarn losgehen. Und der Inselautor Eckhard A. Kretschmer sollte wieder zum Vollzeit/Vollblut-Verkäufer, Inselorganisten und PR-Mitarbeiter werden.

Aber genau, als der Winterschlaf vorbei war, kam Corona. Die Folge war, dass ich, heute auf den Tag vor acht Wochen, plötzlich zu „Home Office“ verdammt war. Oder, dass ich die Chance bekam, acht Wochen lang konzentriert das Buch fertig zu stellen, das sonst erst deutlich später herausgekommen wäre.

Dieser Stein ist mir bei meinem letzten Spaziergang, bevor die Insel abgeriegelt wurde, aufgefallen. Er hat mich durch die spannende Zeit der Buchentstehung begleitet. Er war da, als ich alles löschen wollte, und es doch nicht tat. Er war da, als aus dem Schreiben ein Überarbeiten wurde, und noch ein Überarbeiten. Und er ist auch jetzt da.

Etwas Beständiges, etwas Schönes, etwas, was auch diese merkwürdigen Zeiten nicht kaputt bekommen. Damit ist er ein stabiler Stein im Fundament. Er ist Teil des neuen Gebäudes, das in Zeiten von Corona entsteht, eines Gebäudes, dessen Grundrisse und Möglichkeiten aus den Erfahrungen, Emotionen und Chancen entstehen, die diese Pandemie bietet.

Jetzt, da viele gezwungen werden, „nicht zu arbeiten“, oder „anders zu arbeiten“, oder ihre Lebensentwürfe neu zu überdenken, wünsche ich mir, dass viele solche „Steine“ gefunden, und viele neue Bauwerke entstehen werden, mit viel Mut, der sonst nicht vorhanden – weil nicht benötigt – gewesen wäre.